Mittwoch, 30. August 2017

Warten, warten, warten

Eigentlich sollte ich seit gestern arbeiten. Eigentlich. Tatsächlich ist es aber so, dass noch ein Stempel auf einem Dokument fehlt, bevor ich anfangen darf. Mein Projekt wird nämlich vom Mides geleitet, das ist das Ministerio de Desarrollo social, also Ministerium für soziale Entwicklung, und das gibt vor, dass erst dieses bestimmte Dokument von der verantwortlichen Person abgestempelt muss. Ist ja theoretisch kein Problem, allerdings hat AFS nicht den richtigen Namen auf das Dokument geschrieben. Statt Juana steht da Juan drauf. Und jetzt muss ich darauf warten, dass das richtige Dokument fertiggestellt und abgestempelt wird. Hoffentlich kann ich morgen anfangen, aber ich weiß es nicht so genau. Leider habe ich seit gestern auch keinen Spanischkurs mehr und es gibt nicht so viel, was ich machen kann. Dafür konnte ich gestern spontan eine andere Freiwillige in Aguadulce besuchen, da ihr Projekt erst morgen anfängt und sie auch Zeit hatte. Aguadulce ist ziemlich klein, aber eigentlich ganz schön, und wir haben an einem kleinen Bach ein paar Schildkröten gesehen. Was aber besonders an diesem Bach aufgefallen ist, ist der Müll, der hier aber eigentlich überall am Straßenrand ist. Flaschen, Verpackungen, alles mögliche.
Am Wochenende habe ich außer dem Spanischkurs auch nicht viel gemacht. Meine Familie hat das Wochenende zuhause verbracht und so hatte ich auch da viel Zeit.
Momentan verstehe ich leider noch nicht so viel, was mich aber noch mehr frustriert, ist, dass ich auch nur sehr wenig reden kann. Das wird sich über die nächsten Wochen aber hoffentlich verbessern.
Übrigens hatten wir gestern keinen Strom und letzte Woche Dienstag kein Wasser, aber irgendwie klappt es auch ganz gut ohne. Und bei Kerzenschein zusammensitzen hat auch was, finde ich.
Zum Schluss noch ein paar Fotos aus Aguadulce :)
















Freitag, 25. August 2017

Meine ersten Tage in Panama


Jetzt bin ich seit etwa einer Woche hier in Panama. Alles ist noch ziemlich neu und ich konnte schon viele Eindrücke von dem Land bekommen, in dem ich ein Jahr lang leben werde. Von Mittwoch bis Samstag war ich zunächst auf einem On-Arrival Camp mit den anderen Freiwilligen aus Deutschland und einem Mädchen aus Ungarn, die hier ein Jahr studieren wird. In der Zeit haben wir einige Infos zu unserer Zeit hier in Panama bekommen, unsere ID Karte im Migration Office beantragt und konnten schon einiges über die Kultur kennenlernen. Was sofort aufgefallen ist: Die Leute sind ziemlich locker und Pünktlichkeit ist eher nicht so wichtig. Aber alle unsere Teamer waren sehr hilfsbereit und haben schon viel Erfahrung mit Freiwilligen. Wir konnten während unseres Camps auch etwas von Panama Stadt sehen. Die Stadt ist sehr schön, und irgendwie interessant aufgebaut, da hier hohe Bürogebäude und Einfamilienhäuser direkt beieinanderstehen. Unsere Jugendherberge hatte einen Pool und wir haben immer selbst gekocht, allerdings noch kein wirklich typisches Essen.
In Panama Stadt ist ziemlich viel Verkehr
Da Panama sehr tropisch ist, gibt es hier auch fast jeden Tag mindestens einen Regenschauer. An einem Tag sind wir mal in einen hineingeraten und ich war froh, einen Regenschirm dabei zu haben, denn wenn es hier regnet, dann richtig! An dem Tag hatte es zudem auch noch gewittert und am Ende war alles unglaublich nass und der Pool randvoll mit Wasser. Die Luftfeuchtigkeit ist hier generell ziemlich hoch und alles braucht unglaublich lange, um zu trocknen, wenn die Sonne nicht da ist. Momentan sieht man allerdings etwas mehr Sonne, letzte Woche war es eigentlich dauerhaft bewölkt. Die Wolken machen die Hitze allerdings sehr viel erträglicher, es ist hier eigentlich jeden Tag um die 28 bis 30 Grad.
Samstag war es dann soweit und ich bin zu meiner Gastfamilie nach Penonomé gefahren. Ich habe neben meinen Gasteltern noch eine 21-jährige Gastschwester, mit der ich mir das Zimmer teile, und
Patacones
einen 20-jährigen Gastbruder. Sie haben mich sehr freundlich begrüßt und wir sind in dem Taxi, in dem mein Vater arbeitet, nach Hause gefahren. Dort gab es sofort ein typisches Essen: Patacones! Sonntags bin ich dann mit meiner Gastschwester, ihrem Freund, und meinem Gastbruder in ein Freibad gefahren. Eigentlich wollten wir zum Strand, der war aber leider zu, da es ein wenig geregnet hat. Das Freibad war aber irgendwie gleichzeitig eine Art Zoo, da man sich ein paar Tiere angucken konnte.
Penonomé
Die meisten Freiwilligen haben diese Woche schon angefangen, zu arbeiten, meine Arbeit fängt aber erst nächste Woche an, weshalb ich momentan viel Zeit habe. Seit Mittwoch habe ich zum Glück einen Spanischkurs, wodurch ich nicht den ganzen Tag zuhause bin. Am Montag war ich mit meinem Local, der für die Freiwilligen in Penonomé zuständig ist, einer anderen Freiwilligen, einer Deutschen, die vor ein paar Jahren ein Auslandsjahr hier gemacht hat und zurzeit ihre Familie besucht, der Cousine meines Locals und einem Freund von ihm im Observatorium von Penonomé und wir haben die Sonnenfinsternis gesehen! Danach sind wir noch auf einen Aussichtspunkt gefahren, von wo aus man eine gute Sicht auf Penonomé hatte. Die Stadt ist sehr grün und umgeben von Bergen und dem Meer.
Im Haus verbringt meine Gastfamilie viel Zeit damit, Fernsehen zu sehen, abends setzt man sich auch mal raus und unterhält sich mit den Nachbarn. Meine Gastmutter ist irgendwie mit der halben Nachbarschaft verwandt, und immer laufen irgendwelche Leute im Haus herum, die ich nicht wirklich kenne xD Ich habe auch einen kleinen Gastbruder, auch wenn der wahrscheinlich eher mein Gastcousin oder sowas in der Art ist, mit dem ich ein wenig Zeit verbringe.
Da ich erst seit wenigen Tagen in meiner Gastfamilie bin, muss ich mich noch ein wenig hier einleben. Das Leben ist schon sehr anders und ich werde bestimmt bald noch mehr dazu schreiben und natürlich von meinem Projekt berichten.

Freitag, 11. August 2017

Mein Projekt

In wenigen Tagen geht es los nach Panama und inzwischen weiß ich auch, wo ich dort arbeiten werde, und dachte mir, dass ich mein Projekt hier kurz vorstellen könnte, oder zumindest das, was ich bisher weiß. Es ist möglich, dass sich mein Aufgabenbereich noch ändert, wenn ich erst einmal angefangen habe, auf jeden Fall habe ich jetzt auch noch nicht sehr konkrete Angaben darüber, was ich eigentlich machen werde.
Penonomé liegt direkt vor der Halbinsel Azuero
Mein Projekt ist in der Stadt Penonomé, eine Stadt mit ca. 20 000 Einwohnern, die etwa 2,5 Stunden von Panama-Stadt entfernt ist. Sie ist die Hauptstadt der Provinz Coclé und neben den Festen, für die Penonomé bekannt ist, soll man dort auch "echte" Panamahüte finden können ;)
Ich werde dort im Hogar de Niñas arbeiten, ein Kinderheim für
Mädchen, wo ich Englisch unterrichten und bei anderen schulischen Sachen helfen werde. In dem Kinderheim leben zurzeit 34 Mädchen aufgrund von Armut und schwierigen Situationen in ihrer Familien. Genaueres kann ich bestimmt schreiben, wenn ich da bin, da das Wenige, was man im Internet dazu findet, nicht unbedingt aktuell ist und ich nicht weiß, ob sich vielleicht etwas dort geändert hat.
Ich bin schon sehr gespannt, was mich letztendlich dort erwarten wird und genieße noch meine letzten Tage in Deutschland.
Ich wünsche euch noch schönes Wochenende!