Montag, 14. Mai 2018

Abschied Hogar de Niñas und meine ersten Tage in Casa Hogar

Letzte Woche Montag war mein letzter Tag im Hogar de Niñas, da die Freiwillige, mit der ich dort gearbeitet habe, und ich für die letzten Monate in einem anderen Projekt, Casa Hogar, arbeiten müssen. Zum Abschied haben wir noch eine kleine Überraschung vorbereitet: jedes Kind sollte mit Farbe einen Handabdruck auf eine große Leinwand machen. So hatten wie am Ende des Tages ein buntes Bild, das hoffentlich auch aufgehangen wurde. Viele Kinder waren traurig darüber, dass wir gingen, und ich glaube, sie haben sich über das Geschenk gefreut. Wir waren schon eine Hilfe für sie, und ohne uns wird es für sie bestimmt schwieriger, ihre Hausaufgaben in Englisch, Französisch, Mathe, Kunst und vielen anderen Fächern zu machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele durch uns bessere Noten bekommen haben. Gerade in den letzten Monaten seit Ende der Sommerferien lief es auf der Arbeit sehr gut und die anfängliche Schüchternheit der Kinder war weg. Mit vielen Kindern, die sich am Anfang nie zu mir getraut haben, habe ich regelmäßig gearbeitet. Dadurch habe ich sie nochmal viel besser kennengelernt und ihr Vertrauen in mein teilweise sehr geringes Wissen sehr zu schätzen gelernt. Es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, ihnen Dinge zu erklären und ich hoffe, ich konnte sie etwas für die Themen begeistern und motivieren. Auch ich werde die Mädchen mit Sicherheit vermissen, und bin irgendwie glücklich, dass wir so ein positiver Einfluss auf ihre Schulzeit waren.
Seit Dienstag arbeite ich also bei Casa Hogar. Auch Casa Hogar ist ein Kinderheim, aber es ähnelt viel mehr dem klassischen Kinderheim, das wir in Deutschland kennen: Kinder aller Altersklassen wohnen hier zusammen. Die Hintergründe, weshalb sie nicht mehr bei ihren Familien leben, sind aber häufig erschreckend, viele haben Erfahrungen mit Missbrauch und Gewalt gemacht, bevor sie zu Casa Hogar gekommen sind. Andere sind von der Familie abgelehnt worden. Zudem ist es nicht unüblich, dass ein junges Mädchen, zum Teil schon mit 13 oder 14 Jahren, schwanger ist oder grade ein Kind bekommen hat und deshalb in Casa Hogar lebt. Einige haben psychische Störungen oder Behinderungen, und alle wirken schon viel älter als sie eigentlich sind, vor allem die Jugendlichen. Trotz ihrer Erfahrungen sind die Kinder aber positiv und wirken glücklich. Da wir noch nicht lange in dem Projekt sind, müssen wir uns erstmal noch etwas einarbeiten und herausfinden, wo wir gebraucht werden. Nicht alle gehen zur Schule, aber denen, die Hausaufgaben haben, helfen wir bei ihren Aufgaben. Es gibt auch einige, die nur für die Klausuren zur Schule gehen und deswegen Module bearbeiten müssen, die sie dann einreichen, um zum Test zugelassen zu werden (glaube ich). Auch dabei können wir natürlich helfen. Mit den Jüngeren spielen wir auch viel. Wenn auch einige Kinder noch etwas schüchtern sind, sind alle sehr interessiert und freuen sich über unsere Hilfe. Ein weiterer Unterschied zum vorherigen Projekt ist, dass Casa Hogar die letzten Jahre immer Freiwillige hatte, und so ist es für alle nicht mehr so neu, zwei Deutsche da zu haben, wodurch natürlich bestimmte Erwartungen an uns gestellt werden. Andererseits weiß aber auch jeder, wo wir mehr helfen können und wie sie am besten von uns profitieren. Ich bin gespannt, wie sich unsere Arbeit noch entwickelt. Es ist auf jeden Fall interessant, nochmal ein anderes Projekt kennenzulernen, auch wenn es nur für kurze Zeit ist.
Wir sind jetzt auch wieder voll in der Regenzeit! Es regnet schon wieder fast jeden Tag und auch ziemlich heftig. Letzte Woche hat es sogar zweimal gewittert und der Strom ist ausgefallen, aber ich hoffe, das passiert jetzt nicht regelmäßig.

Auflösung der Frucht von letzter Woche:
Die Frucht heißt Guave. Oder auch Guaba im Spanischen. Hier gibt es viele Früchte, die mit "Gua" anfangen, und irgendwie werden die alle im Sommer gegessen, was das ganze für mich noch verwirrender macht.









Exotische Früchte #4: Wer kennt diese Frucht?

Mittwoch, 2. Mai 2018

Ausflug nach Panama-Stadt

Letzter Freitag war ein besonderer Tag für die Kinder auf meiner Arbeit: zusammen mit einigen Kollegen und mir ging es nach Panama-Stadt! Für viele war es ihr erster Besuch der Hauptstadt, und so war die Begeisterung natürlich groß.
Da wir möglichst viel Zeit in der Stadt verbringen wollten, wartete ich schon morgens um 6 Uhr am Treffpunkt, wo mich einer der beiden Busse mit den Kindern abholen würde. Im Bus herrschte eine gute Stimmung und alle freuten sich auf den Tag. Als wir dann gegen 9 Uhr bei der Fuente Amador ausstiegen, strahlte uns die Sonne an und es war schon jetzt unglaublich heiß! Wir machten ein paar Fotos von der schönen Aussicht auf das Meer und die Skyline Panamas im Hintergrund, und genug Zeit, um die dort zur Verfügung stehenden Fitnessgeräte auszuprobieren, hatten wir auch. Danach ging es auch schon weiter nach Casco Viejo, der Altstadt, durch die wir größtenteils mit dem Bus fuhren. Ein bisschen gingen wir aber auch zu Fuß durch die Straßen und an den Kirchen und alten Ruinen vorbei. Anschließend war auch schon Zeit für das Mittagessen. Das Einfachste bei so einer großen Gruppe (etwa 50 Personen mit den Kollegen) ist natürlich, Essen für alle mitzunehmen, und so aßen wir unseren Reis mit Hühnchen an der Cinta Costera in der Nähe der Altstadt mit Aussicht auf das Meer.
Danach ging es endlich zum Kanal! Ich bin ja bei meinen ganzen Besuchen der Hauptstadt bisher noch nicht dazu gekommen, zur Miraflores Schleuse zu gehen und habe mich sehr gefreut, dass sie auf dem Programm stand. Nach einem kurzem Besuch des Museums und einem Film zur Geschichte des Kanals setzen wir uns bei einem Aussichtspunkt hin und warteten auf die Schiffe, die ab 15 Uhr nachmittags die Schleuse passieren. Als der Moment endlich gekommen war, verfolgten wir alle gespannt, wie ein großes Schiff in die schmale Passage fuhr und dann nach und nach das Wasser weniger wurde, bis schließlich nur noch der obere Teil des Schiffs zu sehen war. Das ging schneller, als ich erwartet hätte! Bis ausreichend Wasser abgelassen worden ist, dauert es in der Regel etwa 8 Minuten. Danach wurden die Schleusentore geöffnet und das Schiff setzte seinen Weg Richtung Pazifik fort. Das zweite Schiff, dass durch die Schleuse fuhr, war sogar noch größer! Vormittags sieht man die Schiffe, die vom Pazifik kommen und auf dem Weg zum Atlantik die Schleuse durchqueren. Da der Gatun See, der durchquert werden muss, um an die andere Küste Panamas zu gelangen, über dem Meeresspiegel liegt, müssen die Schiffe auf diese Höhe gebracht werden und später eben wieder auf Meereshöhe zurückkommen. Unser letzter Programmpunkt war die Albrook Mall, wo wir etwas Zeit zum Shoppen hatten und Abendessen aßen. Müde machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Penonomé. Wobei eigentlich nur ich müde war, die Kinder waren hellwach und sangen laut zu den Liedern mit, die im Bus liefen.
Es war auf jeden Fall ein schöner Ausflug und alle hatten viel Spaß. Da ich am 8. Mai das Projekt wechseln muss (das wurde Anfang des Jahres so vereinbart), war es für mich auch ein kleiner Abschied, da jetzt nur noch wenige Tage fehlen, bevor ich in das neue Projekt gehe.

Auflösung der Frucht von letzter Woche:
Der Name der Frucht ist Guama, oder auch Guaba, wie sie hier eigentlich nur genannt wird (ich habe Ewigkeiten nach ihr gesucht, bis ich herausgefunden habe, dass sie meistens Guama genannt wird). Auch sie wird jetzt im Sommer geerntet. Die Guama ist eine sehr interessante Frucht. Länglich und von außen sehr hart, ist es schon eine Kunst, sie aufzubekommen! Zunächst wird sie dafür mithilfe eines Stuhls oder ähnlichem in der Hälfte geteilt und dann versucht man, die obere Seite hochzuklappen, um an die Kerne zu kommen, die mit einem süßen, weißen Fruchtfleisch umgeben sind. Das wird dann gegessen. Ziemlich viel Aufwand, aber es lohnt sich!


Exotische Früchte #3: Wie heißt diese Frucht?