Am Freitag war hier in Panama der "Día de los Estudiantes", also Tag der Schüler. Die meisten Schüler hatten frei und bei mir auf der Arbeit gab es ein großes Fest, das nicht nur den Tag der Schüler feierte, sondern auch Halloweenfeier und Verabschiedung der Schüler war, die im Dezember Abitur machen (das Schuljahr geht hier von März bis Dezember). Tagsüber haben alle fleißig beim Aufbau und bei der Dekoration unserer kleinen Bühne geholfen, und gegen 16:30 Uhr saßen wir dann erwartungsvoll auf unseren Plätzen. Die Abiturientinnen hatten ein Programm vorbereitet, bei dem es verschiedene Auftritte von Mädchen gab, die tanzten oder sangen, es wurden Abschiedsreden gehalten und Spiele mit den Erziehern gespielt. Die 8 Mädchen hatten alle Kostüme an und das Programm war sehr lustig und unterhaltsam. Besonders witzig fand ich das letzte Spiel, bei dem alle Erzieher in zwei Gruppen aufgeteilt wurden und dann im Prinzip gegeneinander Dance Battles gemacht haben. Manche haben das ziemlich ernst genommen und viele konnten ganz gut tanzen.
Nachdem wir alle zusammen mit den Kindern Abendessen gegessen haben, haben wir noch ein bisschen getanzt, wobei ich hier bei den typischen Liedern noch nicht ganz verstehe, wie die Schritte sind. Die Kinder wollten aber unbedingt auch wissen, was für Musik in Deutschland so läuft, und hatten echt Spaß daran, uns beim Tanzen nachzumachen. Danach gab es noch ein Überraschungsprogramm von den Erziehern! Einige hatten Choreografien vorbereitet und haben sich sehr lustig verkleidet, sie wollten glaube ich die Sänger darstellen. Wir hatten auf jeden Fall alle viel Spaß beim Zugucken.
Der letzte Programmpunkt der Feier war der "amigo secreto" (geheimer Freund), was eine Art Wichteln war. Jeder hatte ein Geschenk für eine Person, die vorher per Los gezogen wurde, mitgebracht. Jedes Mädchen und jeder Erzieher hat dabei mitgemacht, und natürlich auch die andere Freiwillige und ich. Die Geschenke wurden aber nicht einfach verteilt, sondern zunächst der amigo secreto beschrieben. Wenn die Kinder erraten hatten, wer die Person war, wurde das Geschenk überreicht und die Person musste ihren geheimen Freund beschreiben. Bei so vielen Leuten hat das natürlich ganz schön lange gedauert. Als jeder sein eigenes Geschenk verteilt und ein neues Geschenk in der Hand hatte, war es bereits 21 Uhr und die Party löste sich auf.
Wir alle hatten während der Party viel Spaß und für die Kinder ist sie bestimmt immer ein Highlight im Schuljahr. Auf der anderen Seite war es aber auch ziemlich traurig, sich von den Abiturientinnen zu verabschieden und es flossen auch viele Tränen.
Halloween wird hier ansonsten nicht wirklich gefeiert, was ich schon überraschend finde, dafür, dass die USA doch gar nicht so weit weg von Panama sind (verglichen mit Deutschland zumindest). Da werden dieses Jahr wohl keine Kinder vor der Tür stehen und nach Süßigkeiten fragen :)
Montag, 30. Oktober 2017
Sonntag, 29. Oktober 2017
Desfiles in Aguadulce
Ja, tatsächlich kommt hier gleich der nächste Post!
Am Wochenende konnte ich schon mal einen Eindruck davon bekommen, wie
hier die Nationalfeiertage nächste Woche gefeiert werden, denn
Aguadulce hat seine Gründung gefeiert.
Früh morgens bin ich mit einer anderen Freiwilligen aus Penonomé losgefahren, um zu einer anderen Freundin nach Aguadulce zu fahren. Dort gab es den ganzen Tag Paraden (Desfiles genannt)
bei denen samstags hauptsächlich Schulen mitmachten, die aus ganz Panama kamen, wie ich später von meiner Schwägerin erfahren habe. Vorne weg liefen immer Personen mit
der Flagge Panamas
und der Flagge der Schule, und dann kam die Band, die meist aus vielen Trommeln, Blasinstrumenten und Lyren bestand. Häufig spielten sie aber nicht Marschmusik oder ähnliches, wie man es als Deutsche vielleicht erwartet, sondern Popsongs. Hinter der Band, oder auch manchmal vorher, liefen Tänzerinnen, die mal mit Fahnen, mal mit Stäben oder auch mit Fächern tanzten, oder es kamen Jungen, die, manchmal mit Schwertern, soldatische Bewegungen machten. Am Schluss kamen dann meist ein paar Lehrer. Ab ca. 9 Uhr morgens liefen ununterbrochen Gruppen auf der Hauptstraße Aguadulces entlang, mindestens 12 Stunden! Viele Menschen hatten sich Stühle
mitgenommen und saßen am Straßenrand, um sich die Parade anzugucken. Außerdem waren, ähnlich wie schon in Antón, viele Stände aufgebaut, an denen Essen, Schmuck und Kleidung verkauft wurden, aber es liefen auch Leute herum, die Sachen wie Sonnenbrillen, Stühle, oder Platanitos, eine Art Chips aus Kochbananen, verkauften. Wir stellten uns zu den anderen Menschen an den Straßenrand und schauten der Parade zu. Eine Freiwillige war auch dabei, die mit der Schule, in der sie arbeitet, mitlief. Vormittags war es unglaublich heiß und häufig liefen die Mütter neben ihren Kindern entlang, um ihnen regelmäßig Wasser zu geben. Was noch dazukam, war, dass die Kinder teilweise Stiefel oder sogar Handschuhe trugen.
Nachdem wir mittags eine Pause von dem heißen Wetter gemacht haben, schauten wir uns nachmittags weiter die Parade an, da noch eine Gastschwester mitlief. Diese sollten wir allerdings nie sehen und irgendwann fing es an, unglaublich zu schütten. Trotz des Regens zogen die Schüler die Parade aber durch, was wir sehr beeindruckend fanden. Sie marschierten durch tiefe Pfützen und waren von oben bis unten durchnässt, während sie Lieder wie "I'm walking on sunshine" spielten oder dazu tanzten. Der Regen hielt bis abends an, und da die Panameños häufig ihren Müll einfach auf der Straße liegen lassen, verstopfte dieser auch noch einen Gulli und die Straße wurde leicht überflutet. Zum Glück war es nicht die, auf der die Parade verlief.
Abends gab es dann eine große Feier, die schon anfing, als die letzten Gruppen noch liefen. Die wurden dann sehr von der Menschenmenge bejubelt. Einige Autos waren aufgebaut, in denen Verstärker standen, aus denen laut Musik kam, und es gab mehrere DJs. Es wurde getanzt, aber viele Panameños standen auch einfach auf der Straße, unterhielten sich und tranken Bier. Viele Menschen waren gekommen und die Stimmung war fröhlich und ausgelassen. Wie lange die Party ging, weiß ich nicht genau, aber als wir gegen 3 Uhr morgens wieder nach Hause gingen, war sie noch in vollem Gange. Die Panameños feiern eben gerne :)
Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf die Desfiles nächste Woche und hoffe, dass ich da dann auch ein paar Kinder aus meinem Projekt sehen werde. Dass die das bei so extremen Wetterverhältnissen wie Hitze oder starker Regen so durchziehen, hätte ich nicht erwartet und mir wurde dadurch nochmal bewusst, wie unglaublich wichtig den Leuten diese Feiern sind und wie stolz die Schüler, dabei mitlaufen zu dürfen. Was mich auch sehr gefreut hat, war, dass die Menschen auch während des Regens nicht nach Hause gegangen sind, sondern sich die Desfiles angeguckt haben, was doch schon wichtig ist, da die Schüler sonst ganz umsonst nass geworden wären und sich der ganze Aufwand gar nicht gelohnt hätte.
Früh morgens bin ich mit einer anderen Freiwilligen aus Penonomé losgefahren, um zu einer anderen Freundin nach Aguadulce zu fahren. Dort gab es den ganzen Tag Paraden (Desfiles genannt)
und der Flagge der Schule, und dann kam die Band, die meist aus vielen Trommeln, Blasinstrumenten und Lyren bestand. Häufig spielten sie aber nicht Marschmusik oder ähnliches, wie man es als Deutsche vielleicht erwartet, sondern Popsongs. Hinter der Band, oder auch manchmal vorher, liefen Tänzerinnen, die mal mit Fahnen, mal mit Stäben oder auch mit Fächern tanzten, oder es kamen Jungen, die, manchmal mit Schwertern, soldatische Bewegungen machten. Am Schluss kamen dann meist ein paar Lehrer. Ab ca. 9 Uhr morgens liefen ununterbrochen Gruppen auf der Hauptstraße Aguadulces entlang, mindestens 12 Stunden! Viele Menschen hatten sich Stühle
mitgenommen und saßen am Straßenrand, um sich die Parade anzugucken. Außerdem waren, ähnlich wie schon in Antón, viele Stände aufgebaut, an denen Essen, Schmuck und Kleidung verkauft wurden, aber es liefen auch Leute herum, die Sachen wie Sonnenbrillen, Stühle, oder Platanitos, eine Art Chips aus Kochbananen, verkauften. Wir stellten uns zu den anderen Menschen an den Straßenrand und schauten der Parade zu. Eine Freiwillige war auch dabei, die mit der Schule, in der sie arbeitet, mitlief. Vormittags war es unglaublich heiß und häufig liefen die Mütter neben ihren Kindern entlang, um ihnen regelmäßig Wasser zu geben. Was noch dazukam, war, dass die Kinder teilweise Stiefel oder sogar Handschuhe trugen.
Abends gab es dann eine große Feier, die schon anfing, als die letzten Gruppen noch liefen. Die wurden dann sehr von der Menschenmenge bejubelt. Einige Autos waren aufgebaut, in denen Verstärker standen, aus denen laut Musik kam, und es gab mehrere DJs. Es wurde getanzt, aber viele Panameños standen auch einfach auf der Straße, unterhielten sich und tranken Bier. Viele Menschen waren gekommen und die Stimmung war fröhlich und ausgelassen. Wie lange die Party ging, weiß ich nicht genau, aber als wir gegen 3 Uhr morgens wieder nach Hause gingen, war sie noch in vollem Gange. Die Panameños feiern eben gerne :)
Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf die Desfiles nächste Woche und hoffe, dass ich da dann auch ein paar Kinder aus meinem Projekt sehen werde. Dass die das bei so extremen Wetterverhältnissen wie Hitze oder starker Regen so durchziehen, hätte ich nicht erwartet und mir wurde dadurch nochmal bewusst, wie unglaublich wichtig den Leuten diese Feiern sind und wie stolz die Schüler, dabei mitlaufen zu dürfen. Was mich auch sehr gefreut hat, war, dass die Menschen auch während des Regens nicht nach Hause gegangen sind, sondern sich die Desfiles angeguckt haben, was doch schon wichtig ist, da die Schüler sonst ganz umsonst nass geworden wären und sich der ganze Aufwand gar nicht gelohnt hätte.
Samstag, 28. Oktober 2017
Bäume pflanzen mit "Mi Ambiente"
Letzte Woche Donnerstag bin ich mit der anderen Freiwilligen in meinem Projekt und zwei Freiwilligen aus Chitré in ein Dorf in der Nähe von Penonomé gefahren, um dort Bäume zu pflanzen.
Die beiden Freiwilligen kannten einen Mann von der Organisation "Mi Ambiente", der sich viel für die Umwelt einsetzt und häufig bei Projekten wie diesem dabei ist. Wir haben uns natürlich sehr gefreut, dass er uns mitnehmen wollte.
Morgens um 8 Uhr trafen wir uns in Penonomé, wobei es eher 9 Uhr war, bis alle da waren, wir uns in einen Pickup quetschten und mit José (der Name des Mannes) und dem Fahrer losfuhren. Es ging raus aus der Stadt und schnell wurde die Umgebung unglaublich grün. Nach einer Weile waren die Straßen steiler und kurviger und wir hatten eine unglaublich schöne Aussicht. Da mussten wir natürlich auch einmal anhalten, um Fotos zu machen. Bald darauf kamen wir dann auch in dem Dorf San Miguel an, wo wir direkt vielen anderen Helfern von unterschiedlichen Organisationen vorgestellt wurden. Wir trafen uns in einer Schule, weshalb auch viele Schüler da waren, die uns freundlich begrüßten. Nach der Vorstellungsrunde beluden wir drei Pickups mit den Baumsetzlingen und bald darauf fuhren wir über holprige Straßen und durch zwei kleine Flüsse zu unserem Zielort. Die Fahrt war sehr abenteuerlich, da die Wege unbefestigt, steinig und teilweise sehr steil waren. Hinzu kam noch, dass wir hinten auf der Ladefläche saßen und uns da teilweise gut festhalten mussten, um nicht rauszufallen. Einmal blieben wir sogar stecken.
Das kleine Abenteuer hatte sich aber gelohnt, erkannten wir, als wir ankamen: ein idyllisches Haus stand mitten in der Natur, umgeben von Orangenbäumen und farbenfrohen Blumen. Wir durften sofort eine Orange probieren, und sie waren echt super lecker. Ich weiß nicht, ob mir die Orangen in Deutschland jetzt noch schmecken werden :)
Neben dem Haus war eine abgezäunte Wiese, in der wir die Bäume einpflanzten. Inzwischen regnete es leicht, weshalb wir nicht so viele Fotos machten, aber es war sehr spaßig. Zum Schluss bekamen wir noch zwei Tüten Orangen geschenkt, was für uns alle genug Vorrat für die ganze Woche war. Wieder in der Schule angekommen gab es ein leckeres Mittagessen mit der ganzen Gruppe, und einige Männer hielten kleine Reden, in denen sie uns vorstellten. Alle zeigten großes Interesse an uns und wir konnten viele Kontakte knüpfen, sodass wir hoffentlich irgendwann nochmal sowas machen können!
Danach ging es auch schon wieder auf den Rückweg, aber zwischendurch hielten wir nochmal bei einem kleinen, hübschen Hotel an, von wo aus man einen kleinen Pfad entlang zu einem wirklich schönen Wasserfall gehen konnte. Panama ist ja bekannt für seine vielen Wasserfälle, aber das war das erste Mal, dass ich hier einen gesehen habe, und er war sehr beeindruckend. Am Wasserfall angekommen war es unglaublich windig, da das Wasser aus großer Höhe hinunterfiel, und wir badeten eine Weile in dem Fluss. Irgendwie strahlten die Natur mit dem Wasserfall und das schöne, saubere Hotel eine ruhige und friedliche Atmosphäre aus, in der man sich sicher gut entspannen könnte. Für uns ging es aber wieder nach Penonomé, wo wir uns noch kurz in ein Restaurant setzten und eine Kleinigkeit aßen, bevor wir wieder nach Hause zurückkehrten.
Der Tag war für mich sehr besonders und voller neuer Eindrücke, und es war toll, diese vielen netten Menschen zu treffen, die an ihre Mission glauben und denen es wichtig ist, sich für die Umwelt einzusetzten. Panama hat eine sehr schöne Natur, die durch solche Menschen hoffentlich noch lange bewahrt wird.
Die beiden Freiwilligen kannten einen Mann von der Organisation "Mi Ambiente", der sich viel für die Umwelt einsetzt und häufig bei Projekten wie diesem dabei ist. Wir haben uns natürlich sehr gefreut, dass er uns mitnehmen wollte.
| Die Aussicht unterwegs |
| Orangen sind hier gelb oder grün |
| Bei dem Haus, wo wir die Bäume gepflanzt haben |
| Der Blick vom Hotel aus |
Mittwoch, 18. Oktober 2017
El Toro Guapo - Ein Nachmittag in Antón
Nach einem entspannten Mittagessen, bei dem wir leider recht lange auf unsere Pizza warten mussten, brachen wir zur Bushaltestelle auf. Dort stand schon eine Schlange für den Bus nach Antón an, was hier ziemlich ungewöhnlich ist, da die Busse sonst immer häufig genug fahren, dass man nicht lange warten muss. Nach einiger Zeit schafften wir es schließlich in einen Bus. Schön eng war es natürlich, aber die Fahrt dauerte nur etwa zwanzig Minuten. In Antón angekommen sah man sofort an den Personen in Polleras und anderer traditioneller Kleidung, dass das Fest "Toro Guapo" (schöner Stier) bereits im vollen Gang war. Tatsächlich wurde auch schon seit Donnerstag gefeiert, und es war der vorletzte Tag des Festes. Sobald wir in die Straße Richtung Park einbogen, empfingen uns Stände mit typischem Essen, Schmuck, Kleidung und Taschen. Ich hatte sofort das Gefühl, hier ein Stück Kultur Panamas kennenzulernen.| Eine der Bühnen |
sehr interessant anzusehen. Ansonsten war der Platz gefüllt mit weiteren Ständen. Wir setzten uns schließlich in die Nähe eines Stiers, der wahrscheinlich nur dazu diente, dass sich ab und zu mal jemand auf ihn setzten konnte. Das hat uns allen nicht so gefallen und ich fand, dass der Stier ziemlich traurig aussah, aber wahrscheinlich gehört das einfach zu einem Fest, das "schöner Stier" heißt, dazu. Besonders beeindruckend fand ich die vielen Polleras, die meist schon sehr junge Mädchen trugen, die dazu stark geschminkt waren und einen großen Kopfschmuck, der Tembleques heißt, trugen. Die Tembleques waren meist sehr groß und prachtvoll und sahen sehr schön aus.
| Der Park |
Freitag, 13. Oktober 2017
Kindergeburtstag in Panama
Es ist jetzt schon etwa drei Wochen her, aber mein kleiner Gastneffe ist vor kurzem zwei Jahre alt geworden und das wurde natürlich gefeiert.
Seine Familie lebt direkt bei uns in der Nachbarschaft, und so konnte ich mit meiner Gastschwester am späten Nachmittag einfach vorbeikommen. Die meisten Gäste hatten aber, glaube ich, keine weite Anreise. Ich saß mit den Eltern und älteren Kindern auf der Terasse, während viele kleine und
große Kinder um uns herumliefen und spielten. Es gab Chips und natürlich
Arroz con Pollo, also Reis mit Hühnchen. Dann war der große Moment
gekommen und die Piñata wurde aufgehangen! Alle Kinder stellten sich in eine Schlange, um mit einem Stock darauf schlagen zu können. Das Geburtstagskind durfte natürlich anfangen, aber mit seinen zwei Jahren hatte mein Neffe noch nicht so viel Kraft. Danach kamen die anderen Kinder an die Reihe, und jedes Mal wurde die Piñata für drei Schläge nach unten gezogen, bevor sie wieder nach oben gezogen wurde und es nicht mehr möglich war, auf sie einzuschlagen. Nach und nach bekam sie Macken und nach einer Weile regnete es plötzlich Konfetti und Süßigkeiten. Sofort stürzten sowohl Kinder als auch Erwachsene auf den Boden, um die Süßigkeiten einzusammeln. Das war irgendwie lustig anzusehen. Nachdem
die Kinder sich noch etwas mit Konfetti abgeworfen hatten (da habe ich gleich ein bisschen mitgeholfen :) ), gab es dann noch eine Geburtstagstorte. Während wir alle um den Kuchen standen und "Cumpleaños feliz" sangen, blies mein Neffe die Kerzen aus. Dann bekam jeder ein Stück Kuchen und etwas Eis. Kuchen ist hier oft ziemlich süß und mit sehr viel Zuckerguss verziert. Der Kuchen auf dem Geburtstag war da keine Ausnahme. Nachdem alle aufgegessen hatten, löste sich die Gruppe langsam auf und alle machten sich auf den Heimweg.
Es war eine schöne, kleine Geburtstagsfeier, und auch wenn wir nicht so viel gemacht haben, ein interessantes Erlebnis.
Vielleicht haben es einige Fußballbegeisterte von euch schon mitbekommen, aber Panama hat sich diesen Dienstag bei seinem letzten Spiel doch tatsächlich zum ersten Mal in der Geschichte für die Fußball-WM qualifiziert! Schon an dem Abend, an dem das entscheidende Tor in den letzten Minuten geschossen wurde, war die Begeisterung und Freude der Panameños deutlich zu spüren. Im Fernsehen sind alle ausgerastet, während der Kommentator gefühlt zwei Minuten lang nur "TOOOR" schrie, und draußen gab es sogar Feuerwerk. Natürlich haben die Panameños auch bis tief in die Nacht gefeiert. Ich habe davon allerdings nicht so viel mitbekommen, da ich ja am nächsten Tag früh aufstehen musste und deswegen schlafen gegangen bin, aber meine Gastschwester war auch auf einer Feier. Das alles war für mich als Deutsche schon ziemlich überraschend, es ist ja schon fast selbstverständlich, dass sich Deutschland qualifiziert, und ich hatte fast das Gefühl, die haben das hier mehr gefeiert als wir nachdem Deutschland Weltmeister geworden ist. Aber das wohl Erstaunlichste war, dass der Präsident allen am nächsten Tag freigegeben hat. Der Unterricht fiel aus und jeder in meiner Familie blieb zuhause, während ich mich verwirrt fertig machte, da ich die Nachricht nicht mitbekommen hatte. Irgendwann wurde ich dann aufgeklärt, bin aber trotzdem mal zur Arbeit gefahren, da in einem Kinderheim die Kinder ja trotzdem da sind, anders als in den Schulen. Auf der Arbeit stellte ich aber überrascht fest, dass nur wenige Kollegen gekommen waren, und entschied nach zwei Stunden, mir auch freizunehmen und den Tag mit anderen Dingen zu verbringen.
Das war es von mir diese Woche, Samstag gehe ich auf ein traditionelles Fest, wovon ich dann nächstes Mal berichten werde!
| Die Piñata |
Es war eine schöne, kleine Geburtstagsfeier, und auch wenn wir nicht so viel gemacht haben, ein interessantes Erlebnis.
Vielleicht haben es einige Fußballbegeisterte von euch schon mitbekommen, aber Panama hat sich diesen Dienstag bei seinem letzten Spiel doch tatsächlich zum ersten Mal in der Geschichte für die Fußball-WM qualifiziert! Schon an dem Abend, an dem das entscheidende Tor in den letzten Minuten geschossen wurde, war die Begeisterung und Freude der Panameños deutlich zu spüren. Im Fernsehen sind alle ausgerastet, während der Kommentator gefühlt zwei Minuten lang nur "TOOOR" schrie, und draußen gab es sogar Feuerwerk. Natürlich haben die Panameños auch bis tief in die Nacht gefeiert. Ich habe davon allerdings nicht so viel mitbekommen, da ich ja am nächsten Tag früh aufstehen musste und deswegen schlafen gegangen bin, aber meine Gastschwester war auch auf einer Feier. Das alles war für mich als Deutsche schon ziemlich überraschend, es ist ja schon fast selbstverständlich, dass sich Deutschland qualifiziert, und ich hatte fast das Gefühl, die haben das hier mehr gefeiert als wir nachdem Deutschland Weltmeister geworden ist. Aber das wohl Erstaunlichste war, dass der Präsident allen am nächsten Tag freigegeben hat. Der Unterricht fiel aus und jeder in meiner Familie blieb zuhause, während ich mich verwirrt fertig machte, da ich die Nachricht nicht mitbekommen hatte. Irgendwann wurde ich dann aufgeklärt, bin aber trotzdem mal zur Arbeit gefahren, da in einem Kinderheim die Kinder ja trotzdem da sind, anders als in den Schulen. Auf der Arbeit stellte ich aber überrascht fest, dass nur wenige Kollegen gekommen waren, und entschied nach zwei Stunden, mir auch freizunehmen und den Tag mit anderen Dingen zu verbringen.
Das war es von mir diese Woche, Samstag gehe ich auf ein traditionelles Fest, wovon ich dann nächstes Mal berichten werde!
Mittwoch, 4. Oktober 2017
Neuigkeiten im Projekt
Jetzt bin ich schon seit etwa einen Monat in meinem Projekt und langsam ändern sich die Dinge. Inder Woche, wo die Kinder nicht da waren, hatten wir nur sehr wenig zu tun, aber ich konnte die anderen tías, also die Leute, die neben mir im Hogar de Niñas arbeiten, besser kennenlernen. Am 27.Oktober gibt es außerdem ein großes Fest, für das wir eine Überraschung für die Kinder vorbereitet haben. Fest bedeutet hier vor allem Tanzen, da musste ich erst einmal erklären, dass Deutsche leider sehr anders und vor allem schlechter tanzen als die Panameños (also ich zumindest :) ).
Seit letzte Woche Montag arbeitet noch eine andere deutsche Freiwillige mit mir im Projekt. Sie ist zwei Wochen später als ich nach Panama gekommen und ich kenne sie schon von einem Vorbereitungsseminar in Deutschland. Das Positive daran ist natürlich, dass es für mich jetzt nicht mehr so langweilig ist, aber wir sind ja nicht hier, um miteinander zu reden. Seit Anbruch des neuen Trimesters (das Schuljahr ist hier in drei Teile - Trimester - unterteilt) haben die Mädchen aber zum Glück auch mehr Aufgaben und wir können ihnen mehr helfen. Tatsächlich haben sie diese Woche sogar ziemlich viel zu tun un wir machen teilweise ihre Aufgaben, während sie schon mal an anderen arbeiten. Das klingt jetzt sehr stressig, aber ein bisschen liegt es wahrscheinlich auch daran, dass die Kinder recht lange an den Aufgaben sitzten. Es ist eben alles ein bisschen langsamer hier.
Trotzalledem haben wir noch sehr wenig zu tun auf der Arbeit und dachten uns deshalb, dass wir einen Englischkurs anbieten können, der vor allem Kommunikation thematisiert, da die Kinder die meisten Schwierigkeiten beim Sprechen haben und wir ihnen so bei der Aussprache helfen können. Montag fand der Kurs das erste Mal statt und die Mädchen haben sich sehr gefreut! Sie waren zwar oft noch sehr schüchtern und haben nur sehr leise gesprochen, sie haben aber viel Interesse gezeigt. Ich habe die Hoffnung, dass sie in dem einen Jahr einen Fortschritt machen können, auch wenn wir noch nicht wissen, wie oft der Kurs stattfinden kann. Diese Woche geht es zum Beispiel nicht mehr, da die Kinder so viele Aufgaben machen müssen. Der Kurs hat außerdem dabei geholfen, die Mädchen besser kennenzulernen und sie trauen sich jetzt schon mehr, mit uns zu sprechen.
Das war es soweit von mir. Eigentlich habe ich sehr viele Sachen, die ich hier erlebe und über die ich gerne schreiben möchte, aber dazu werde ich bestimmt noch kommen.
Seit letzte Woche Montag arbeitet noch eine andere deutsche Freiwillige mit mir im Projekt. Sie ist zwei Wochen später als ich nach Panama gekommen und ich kenne sie schon von einem Vorbereitungsseminar in Deutschland. Das Positive daran ist natürlich, dass es für mich jetzt nicht mehr so langweilig ist, aber wir sind ja nicht hier, um miteinander zu reden. Seit Anbruch des neuen Trimesters (das Schuljahr ist hier in drei Teile - Trimester - unterteilt) haben die Mädchen aber zum Glück auch mehr Aufgaben und wir können ihnen mehr helfen. Tatsächlich haben sie diese Woche sogar ziemlich viel zu tun un wir machen teilweise ihre Aufgaben, während sie schon mal an anderen arbeiten. Das klingt jetzt sehr stressig, aber ein bisschen liegt es wahrscheinlich auch daran, dass die Kinder recht lange an den Aufgaben sitzten. Es ist eben alles ein bisschen langsamer hier.
Trotzalledem haben wir noch sehr wenig zu tun auf der Arbeit und dachten uns deshalb, dass wir einen Englischkurs anbieten können, der vor allem Kommunikation thematisiert, da die Kinder die meisten Schwierigkeiten beim Sprechen haben und wir ihnen so bei der Aussprache helfen können. Montag fand der Kurs das erste Mal statt und die Mädchen haben sich sehr gefreut! Sie waren zwar oft noch sehr schüchtern und haben nur sehr leise gesprochen, sie haben aber viel Interesse gezeigt. Ich habe die Hoffnung, dass sie in dem einen Jahr einen Fortschritt machen können, auch wenn wir noch nicht wissen, wie oft der Kurs stattfinden kann. Diese Woche geht es zum Beispiel nicht mehr, da die Kinder so viele Aufgaben machen müssen. Der Kurs hat außerdem dabei geholfen, die Mädchen besser kennenzulernen und sie trauen sich jetzt schon mehr, mit uns zu sprechen.
Das war es soweit von mir. Eigentlich habe ich sehr viele Sachen, die ich hier erlebe und über die ich gerne schreiben möchte, aber dazu werde ich bestimmt noch kommen.
| In letzter Zeit mag ich es, von der Arbeit nach Hause zu laufen, da komme ich an dieser Straße vorbei, sie ist zwar etwas befahrener, aber es ist überall sehr grün |
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