In letzter Zeit frage ich mich oft: Wo ist die Zeit geblieben? Einerseits kommt es mir so vor, als wären meine ersten Tage hier in Panama, wo noch alles neu und ungewohnt war, schon Ewigkeiten her, andererseits verfliegt die Zeit wirklich schnell, und das, obwohl ich gar nicht so viel mache. Und jetzt sitze ich hier und stelle fest, dass es bereits 10 Monate her ist, seit ich meine Reise nach Panama angetreten habe und nächste Woche Donnerstag schon das End-Of-Stay Camp beginnt!
Zugegebenermaßen fehlen noch etwa anderthalb Monate, bis ich nach Deutschland fliege, also dauert es ja noch einen Moment und der Titel dieses Posts mag etwas schlecht gewählt wirken. Andererseits werde ich nur noch bis zum Camp arbeiten, und danach nur noch reisen. Jetzt sind also meine letzten Tage im Projekt und in meiner Gastfamilie, und somit irgendwie auch als Freiwillige. Nach dem Camp sollte ich mich wohl besser als Tourist bezeichnen, da ich hier nicht mehr arbeiten werde und auch nur noch kurze Zeit bei meiner Familie bleibe. Wo es genau hingeht, werde ich jetzt noch nicht verraten, ihr werdet es aber mit Sicherheit erfahren, spätestens wenn ich wieder in Deutschland bin. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf das Leben als Backpacker und auf die Herausforderungen und Erfahrungen, die bestimmt nochmal etwas anders sind als meine bisherhigen Erlebnisse.
Meine letzte Woche war genauso ruhig wie die vorherigen, und es fühlt sich irgendwie gar nicht so an, als ob das hier meine letzten Tage in der Familie und im Projekt sind. Allerdings bekomme ich von meiner Familie schon häufiger zu hören, dass sie mich doch vermissen werden und ich sie bald wieder besuchen kommen soll. Langsam beginnen die Vorbereitungen für meinen Abschied und auch um Souvenirs muss ich mich bald kümmern. Einerseits kann ich es kaum erwarten, endlich zu reisen, und ich freue mich auch schon, meine Familie und Freunde in Deutschland wiederzusehen und mit der Uni anzufangen, andererseits möchte ich mich von den ganzen Menschen, die ich hier kennengelernt habe, nicht verabschieden. Ich habe zwar leider erst letzten Monat ein paar Freunde in meinem Alter kennengelernt, aber vor allem zu einem großen Teil meiner Gastfamilie habe ich ein gutes Verhältnis.
Da ich nach dem Camp sehr viel reisen werde, ist das hier vermutlich mein letzter Post hier aus Panama. Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich aber mit Sicherheit noch einen abschließenden Post schreiben, bis dahin wird es allerdings noch einen Moment dauern.
Auflösung der Frucht vom letzten Mal:
Diese Frucht hat bestimmt jeder schon einmal in irgendeiner Form gegessen, es ist nämlich eine Maracuya! Zurzeit scheint hier Erntezeit zu sein und so habe ich einmal einfach welche mitgebracht, um sie probieren zu können. Das Innere besteht aus Fruchtfleisch und vielen kleinen Samen und die Frucht schmeckt leicht säuerlich, aber sehr lecker! Meine Gastmutter hat natürlich (wie mit allen Früchten normalerweise) einen Fruchtsaft daraus gemacht, der auch sehr lecker geschmeckt hat.
Mein FSJ in Panama
Sonntag, 17. Juni 2018
Donnerstag, 7. Juni 2018
Día Nacional de la Reforestación
Lang ist es her, seit ich das letzte Mal etwas geschrieben habe, aber meine letzten Wochen
waren auch nicht sehr spannend, inzwischen hat sich bei mir der nicht sonderlich spannende
Alltag eingespielt.
Am Samstag war
allerdings der nationale Tag der Wiederaufforstung, weshalb AFS Freiwillige und Austauschschüler vom Umweltministerium hier in Penonomé zu einer großen
Aufforstungs-Aktion eingeladen wurden. Das durfte ich mir natürlich nicht
entgehen lassen. Früh morgens trafen wir uns in Penonomé, um zusammen zum
Treffpunkt zu fahren. Dort angekommen begrüßten uns schon viele andere Freiwillige. Sowohl Panameños als auch Ausländer verschiedenster Organisationen
waren gekommen, um auf dem großen grünen Feld, das sich vor uns erstreckte, ein
paar Bäume zu pflanzen. Zunächst gab es eine kurze Begrüßung der Veranstalter
und es wurde sogar ein wenig gesungen und gebetet, bevor uns erklärt wurde, wie
die Bäume eingepflanzt werden sollten. Die Wurzeln der Setzlinge waren nicht in
Plastiktüten, sondern in Zeitungspapier gewickelt, sodass sie genau so in die
Erde konnten. Da es sogar schon Löcher gab und wir ziemlich viele Teilnehmer
waren, dauerte es nur etwa eine halbe Stunde, bis in jedem Loch ein kleiner
Baum stand. Ziemlich viel Aufwand für so eine schnelle Aktion, aber es war auch
ziemlich heiß und deshalb gar nicht so schlimm, dass wir so schnell fertig
waren. Zum Schluss gab es noch einen Snack und wir standen noch eine Weile
zusammen, bevor es wieder nach Penonomé ging. Ich hoffe, von den Bäumen, die
wir gepflanzt haben, überleben die meisten, einige sahen schon etwas wackelig
aus und bei dem heftigen Regen, der uns hier fast täglich erwartet, fallen
bestimmt auch ein paar um.
Wir waren nicht die
einzigen, die Samstag Bäume gepflanzt haben, in ganz Panama wurde an
verschiedenen Orten ein Beitrag zur Wiederaufforstung geleistet. Mein Eindruck
ist, dass vielen Menschen hier die Problematik der Abholzung von Wäldern
bewusst ist und die Regierung durchaus etwas dagegen tut. Ob allerdings genug
getan wird, kann ich nicht einschätzen.
Auflösung der Frucht vom letzten Mal:
Diese Frucht heißt Rambutan und ist mit der Litschi verwandt, weshalb sie auch beharrte oder falsche Litschi genannt wird. Im Spanischen heißt sie Mamón chino. Die haarige, weiche Schale der Mamón chino wird nicht gegessen. Hier in Panama öffnet man die Schale einfach mit den Zähnen und lutscht dann das weiße Fruchtfleisch vom Kern (so habe ich es zumindest gelernt). Schmeckt auch echt lecker und gab es vor allem in den ersten Wochen nach meiner Ankunft!
Exotische Früchte #5: Was könnte das für eine Frucht sein?
Montag, 14. Mai 2018
Abschied Hogar de Niñas und meine ersten Tage in Casa Hogar
Letzte Woche Montag war mein letzter Tag im Hogar de Niñas, da
die Freiwillige, mit der ich dort gearbeitet habe, und ich für die letzten
Monate in einem anderen Projekt, Casa Hogar, arbeiten müssen. Zum Abschied
haben wir noch eine kleine Überraschung vorbereitet: jedes Kind sollte mit
Farbe einen Handabdruck auf eine große Leinwand machen. So hatten wie am Ende
des Tages ein buntes Bild, das hoffentlich auch aufgehangen wurde. Viele Kinder
waren traurig darüber, dass wir gingen, und ich glaube, sie haben sich über das
Geschenk gefreut. Wir waren schon eine Hilfe für sie, und ohne uns wird es für
sie bestimmt schwieriger, ihre Hausaufgaben in Englisch, Französisch, Mathe,
Kunst und vielen anderen Fächern zu machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass
viele durch uns bessere Noten bekommen haben. Gerade in den letzten Monaten seit
Ende der Sommerferien lief es auf der Arbeit sehr gut und die anfängliche
Schüchternheit der Kinder war weg. Mit vielen Kindern, die sich am Anfang nie
zu mir getraut haben, habe ich regelmäßig gearbeitet. Dadurch habe ich sie
nochmal viel besser kennengelernt und ihr Vertrauen in mein teilweise sehr
geringes Wissen sehr zu schätzen gelernt. Es hat mir immer sehr viel Spaß
gemacht, ihnen Dinge zu erklären und ich hoffe, ich konnte sie etwas für die
Themen begeistern und motivieren. Auch ich werde die Mädchen mit Sicherheit
vermissen, und bin irgendwie glücklich, dass wir so ein positiver Einfluss auf
ihre Schulzeit waren.
Seit Dienstag arbeite
ich also bei Casa Hogar. Auch Casa Hogar ist ein Kinderheim, aber es ähnelt
viel mehr dem klassischen Kinderheim, das wir in Deutschland kennen: Kinder
aller Altersklassen wohnen hier zusammen. Die Hintergründe, weshalb sie nicht
mehr bei ihren Familien leben, sind aber häufig erschreckend, viele haben
Erfahrungen mit Missbrauch und Gewalt gemacht, bevor sie zu Casa Hogar gekommen
sind. Andere sind von der Familie abgelehnt worden. Zudem ist es nicht
unüblich, dass ein junges Mädchen, zum Teil schon mit 13 oder 14 Jahren,
schwanger ist oder grade ein Kind bekommen hat und deshalb in Casa Hogar lebt.
Einige haben psychische Störungen oder Behinderungen, und alle wirken schon
viel älter als sie eigentlich sind, vor allem die Jugendlichen. Trotz ihrer
Erfahrungen sind die Kinder aber positiv und wirken glücklich. Da wir noch
nicht lange in dem Projekt sind, müssen wir uns erstmal noch etwas einarbeiten
und herausfinden, wo wir gebraucht werden. Nicht alle gehen zur Schule, aber
denen, die Hausaufgaben haben, helfen wir bei ihren Aufgaben. Es gibt auch
einige, die nur für die Klausuren zur Schule gehen und deswegen Module
bearbeiten müssen, die sie dann einreichen, um zum Test zugelassen zu werden
(glaube ich). Auch dabei können wir natürlich helfen. Mit den Jüngeren spielen
wir auch viel. Wenn auch einige Kinder noch etwas schüchtern sind, sind alle
sehr interessiert und freuen sich über unsere Hilfe. Ein weiterer Unterschied
zum vorherigen Projekt ist, dass Casa Hogar die letzten Jahre immer Freiwillige
hatte, und so ist es für alle nicht mehr so neu, zwei Deutsche da zu haben,
wodurch natürlich bestimmte Erwartungen an uns gestellt werden. Andererseits
weiß aber auch jeder, wo wir mehr helfen können und wie sie am besten von uns
profitieren. Ich bin gespannt, wie sich unsere Arbeit noch entwickelt. Es ist
auf jeden Fall interessant, nochmal ein anderes Projekt kennenzulernen, auch
wenn es nur für kurze Zeit ist.
Wir sind jetzt auch wieder voll in der Regenzeit! Es regnet schon wieder fast jeden Tag und auch ziemlich heftig. Letzte Woche hat es sogar zweimal gewittert und der Strom ist ausgefallen, aber ich hoffe, das passiert jetzt nicht regelmäßig.
Auflösung der Frucht von letzter Woche:
Die Frucht heißt Guave. Oder auch Guaba im Spanischen. Hier gibt es viele Früchte, die mit "Gua" anfangen, und irgendwie werden die alle im Sommer gegessen, was das ganze für mich noch verwirrender macht.
Exotische Früchte #4: Wer kennt diese Frucht?
Mittwoch, 2. Mai 2018
Ausflug nach Panama-Stadt
Letzter Freitag war ein
besonderer Tag für die Kinder auf meiner Arbeit: zusammen mit einigen Kollegen
und mir ging es nach Panama-Stadt! Für viele war es ihr erster Besuch der
Hauptstadt, und so war die Begeisterung natürlich groß.

Danach ging es endlich zum Kanal! Ich bin ja bei meinen ganzen Besuchen
der Hauptstadt bisher noch nicht dazu gekommen, zur Miraflores
Schleuse zu gehen und habe mich sehr gefreut, dass sie auf dem Programm
stand.
Nach einem kurzem Besuch des Museums und einem Film zur Geschichte des
Kanals
setzen wir uns bei einem Aussichtspunkt hin und warteten auf die
Schiffe, die
ab 15 Uhr nachmittags die Schleuse passieren.
Als der Moment endlich gekommen
war, verfolgten wir alle gespannt, wie ein großes Schiff in die schmale
Passage
fuhr und dann nach und nach das Wasser weniger wurde, bis schließlich
nur noch
der obere Teil des Schiffs zu sehen war. Das ging schneller, als ich
erwartet
hätte! Bis ausreichend Wasser abgelassen worden ist, dauert es in der
Regel etwa 8 Minuten.
Danach wurden die Schleusentore geöffnet und das Schiff setzte seinen
Weg
Richtung Pazifik fort. Das zweite Schiff, dass durch die Schleuse fuhr,
war sogar noch größer! Vormittags sieht man die Schiffe, die vom
Pazifik kommen
und auf dem Weg zum Atlantik die Schleuse durchqueren. Da der Gatun See,
der
durchquert werden muss, um an die andere Küste Panamas zu gelangen, über
dem
Meeresspiegel liegt, müssen die Schiffe auf diese Höhe gebracht werden
und
später eben wieder auf Meereshöhe zurückkommen. Unser letzter
Programmpunkt war
die Albrook Mall, wo wir etwas Zeit zum Shoppen hatten und Abendessen
aßen.
Müde machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Penonomé. Wobei
eigentlich nur ich müde war, die Kinder waren hellwach und sangen laut
zu den Liedern
mit, die im Bus liefen.
Es war auf jeden Fall
ein schöner Ausflug und alle hatten viel Spaß. Da ich am 8. Mai das Projekt
wechseln muss (das wurde Anfang des Jahres so vereinbart), war es für mich auch
ein kleiner Abschied, da jetzt nur noch wenige Tage fehlen, bevor ich in
das neue Projekt gehe.
Auflösung der Frucht von letzter Woche:
Der Name der Frucht ist Guama, oder auch Guaba, wie sie hier eigentlich nur genannt wird (ich habe Ewigkeiten nach ihr gesucht, bis ich herausgefunden habe, dass sie meistens Guama genannt wird). Auch sie wird jetzt im Sommer geerntet. Die Guama ist eine sehr interessante Frucht. Länglich und von außen sehr hart, ist es schon eine Kunst, sie aufzubekommen! Zunächst wird sie dafür mithilfe eines Stuhls oder ähnlichem in der Hälfte geteilt und dann versucht man, die obere Seite hochzuklappen, um an die Kerne zu kommen, die mit einem süßen, weißen Fruchtfleisch umgeben sind. Das wird dann gegessen. Ziemlich viel Aufwand, aber es lohnt sich!
Da wir möglichst viel
Zeit in der Stadt verbringen wollten, wartete ich schon morgens um 6 Uhr am
Treffpunkt, wo mich einer der beiden Busse mit den Kindern abholen würde. Im
Bus herrschte eine gute Stimmung und alle freuten sich auf den Tag. Als wir
dann gegen 9 Uhr bei der Fuente Amador ausstiegen, strahlte uns die Sonne an
und es war schon jetzt unglaublich heiß! Wir machten ein paar Fotos von der
schönen Aussicht auf das Meer und die Skyline Panamas im Hintergrund, und genug
Zeit, um die dort zur Verfügung stehenden Fitnessgeräte auszuprobieren, hatten wir auch. Danach ging es auch
schon weiter nach Casco Viejo, der Altstadt, durch die wir größtenteils mit dem
Bus fuhren. Ein bisschen gingen wir aber auch zu Fuß durch die Straßen und an
den Kirchen und alten Ruinen vorbei. Anschließend war auch schon Zeit für das
Mittagessen. Das Einfachste bei so einer großen Gruppe (etwa 50 Personen mit
den Kollegen) ist natürlich, Essen für alle mitzunehmen, und so aßen wir unseren
Reis mit Hühnchen an der Cinta Costera in der Nähe der Altstadt mit Aussicht
auf das Meer.
Auflösung der Frucht von letzter Woche:
Der Name der Frucht ist Guama, oder auch Guaba, wie sie hier eigentlich nur genannt wird (ich habe Ewigkeiten nach ihr gesucht, bis ich herausgefunden habe, dass sie meistens Guama genannt wird). Auch sie wird jetzt im Sommer geerntet. Die Guama ist eine sehr interessante Frucht. Länglich und von außen sehr hart, ist es schon eine Kunst, sie aufzubekommen! Zunächst wird sie dafür mithilfe eines Stuhls oder ähnlichem in der Hälfte geteilt und dann versucht man, die obere Seite hochzuklappen, um an die Kerne zu kommen, die mit einem süßen, weißen Fruchtfleisch umgeben sind. Das wird dann gegessen. Ziemlich viel Aufwand, aber es lohnt sich!
Exotische Früchte #3: Wie heißt diese Frucht?
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