Mittwoch, 18. Oktober 2017

El Toro Guapo - Ein Nachmittag in Antón

Letzten Samstag ging es nach unserem wöchentlichen Sprachkurs mit den anderen Freiwilligen aus Penonomé und Aguadulce (eine Stadt, die ca. eine halbe Stunde von Penonomé entfernt liegt) zu einem traditionellen Fest nach Antón.
Nach einem entspannten Mittagessen, bei dem wir leider recht lange auf unsere Pizza warten mussten, brachen wir zur Bushaltestelle auf. Dort stand schon eine Schlange für den Bus nach Antón an, was hier ziemlich ungewöhnlich ist, da die Busse sonst immer häufig genug fahren, dass man nicht lange warten muss. Nach einiger Zeit schafften wir es schließlich in einen Bus. Schön eng war es natürlich, aber die Fahrt dauerte nur etwa zwanzig Minuten. In Antón angekommen sah man sofort an den Personen in Polleras und anderer traditioneller Kleidung, dass das Fest "Toro Guapo" (schöner Stier) bereits im vollen Gang war. Tatsächlich wurde auch schon seit Donnerstag gefeiert, und es war der vorletzte Tag des Festes. Sobald wir in die Straße Richtung Park einbogen, empfingen uns Stände mit typischem Essen, Schmuck, Kleidung und Taschen. Ich hatte sofort das Gefühl, hier ein Stück Kultur Panamas kennenzulernen.
Eine der Bühnen
Wir trafen noch zwei andere Freiwillige, die aus Panama Stadt hergekommen waren, und gemeinsam erkundeten wir das Fest, das im Park der Stadt stattfand. Es gab etwa drei Bühnen, von denen aus laute Musik ertönte und meist Kinder und Jugendliche in traditionellen Gewändern landestypische Tänze aufführten. Das war
sehr interessant anzusehen. Ansonsten war der Platz gefüllt mit weiteren Ständen. Wir setzten uns schließlich in die Nähe eines Stiers, der wahrscheinlich nur dazu diente, dass sich ab und zu mal jemand auf ihn setzten konnte. Das hat uns allen nicht so gefallen und ich fand, dass der Stier ziemlich traurig aussah, aber wahrscheinlich gehört das einfach zu einem Fest, das "schöner Stier" heißt, dazu. Besonders beeindruckend fand ich die vielen Polleras, die meist schon sehr junge Mädchen trugen, die dazu stark geschminkt waren und einen großen Kopfschmuck, der Tembleques heißt, trugen. Die Tembleques waren meist sehr groß und prachtvoll und sahen sehr schön aus.
Der Park
Zum Unterhalten war das Fest allerdings nicht geeignet, da es ziemlich laut war, und so machten wir uns relativ schnell wieder auf den Rückweg. Später gab es wohl noch ein Ritual, bei dem Kühen Sandale angezogen wurden, was aus einer früheren Tradition heraus entstanden ist, und sonntags einen Umzug durch die Stadt, den wir auch verpasst haben, aber wir haben, glaube ich, trotzdem schon einen guten Eindruck davon bekommen, wie ein traditionelles Fest hier abläuft. Mich hat es ein bisschen an Kirmes oder Schützenfest in Deutschland erinnert, nur eben in der panamaischen Kultur und ohne den Alkohol :)

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