Sonntag, 21. Januar 2018

Familie in Panama

Es ist schon eine Weile her seit ich das letzte Mal einen neuen Blogpost geschrieben habe. Der Grund dafür ist nicht etwa, dass mir die Zeit dazu gefehlt hat, sondern, dass wir die letzten zwei Wochen kein W-Lan hatten. Ehrlich gesagt hatte ich die Befürchtung, dass ich das restliche Jahr ohne W-Lan auskommen müsste, da wir immer das W-Lan der Nachbarn heimlich mitbenutzt hatten, und die das vor zwei Wochen ausgetauscht haben, wodurch wir uns nicht mehr einloggen konnten, da wir das neue Passwort nicht kannten. Freitag kam dann aber mein kleiner Gastneffe mit dem Passwort, und jetzt ist alles wieder beim Alten. Natürlich weiß ich nicht, ob das so bleiben wird, da unsere Nachbarn ganz offensichtlich nicht wollen, dass wir das W-Lan auch benutzen, aber das wird sich wohl noch herausstellen.
Jetzt zum eigentlichen Thema dieses Blogposts: Heute wollte ich etwas über Familie in Panama schreiben. Diesen Post hätte ich schon viel früher schreiben können, allerdings wollte ich erst genug Zeit hier verbracht haben, um die Kultur ein wenig kennenzulernen und nicht irgendetwas falsch zu interpretieren oder einzuschätzen. Trotzdem basiert alles auf meinen persönlichen Erfahrungen und kann nicht einfach verallgemeinert werden.
Meine Familie hier in Panama ist ziemlich groß und hat einen hohen Stellenwert für die meisten. Ich habe das Gefühl, dass ein sehr starker Zusammenhalt innerhalb der Familie herrscht und sich alle aufeinander verlassen. Da wir auch sehr nah beieinander leben, eine Tante links neben uns, ein Onkel rechts, ein Bruder gegenüber und viele andere Tanten, Onkel, Cousins und Kinder ein paar Straßen weiter, wird vieles geteilt. Wir waschen zum Beispiel mit der Waschmaschine meiner Tante, zum Kochen werden Geräte, Töpfe und Zutaten geteilt, wenn es mal nichts zu Essen gibt, hat eine Tante oder meine Schwägerin immer etwas da, und meine Gastmutter ist für die Näharbeiten zuständig. So läuft das nicht in jeder Familie, auch wenn ich schon oft gehört habe, dass der Kontakt zu Cousins und Cousinen in anderen Familien auch sehr eng ist, ist es, glaube ich, nicht selbstverständlich, dass alle Verwandten so nah beieinander leben. Das erleichtert die Kommunikation und außerdem ist immer jemand da, der auf die Kinder aufpasst, wenn deren Eltern arbeiten. In meiner Familie selbst habe ich zudem das Gefühl, dass jeder bestimmte Aufgaben hat, und es auch bestimmte Männer- und Frauenrollen gibt. Da meine Gastmutter neben meiner Gastschwester nur Söhne hat, ist das nicht immer leicht für meine Schwester. Für mich ist es außerdem neu, dass ich etwas jünger als meine Gastgeschwister bin. Dadurch, dass alle schon erwachsen sind, geht jeder seinem eigenen Leben nach, auch wenn bis auf ein Gastbruder, der mit seiner Frau und seinen Kindern gegenüber lebt, alle noch bei meinen Gasteltern wohnen.
Ein See in der Nähe von Penonomé
Auf der Feria de las Flores
Familienzeit, wie ich sie in Deutschland kenne, gibt es deshalb nur wenig,wir essen eigentlich nie zusammen, und auch gemeinsame Film-, Fernseh- oder Spielabende gibt es nicht. Allerdings ist eben der Kontakt zu den anderen Verwandten wesentlich enger, da man sich täglich sieht und auch diejenigen, die eine Straße weiter leben, regelmäßig vorbeikommen. Es wird sich viel unterhalten und über alles mögliche ausgetauscht. Die Aktivitäten mit meiner Familie halten sich sonst eher in Grenzen, meine Gasteltern sind in ihrer Freizeit viel auf der Finca, wo sie Obst und Gemüse anbauen, manchmal bin ich auch mit meiner Gastschwester und ihrem Freund unterwegs oder begleite eine meiner Tanten in die Kirche oder in den Supermarkt. Zurzeit sind ja Sommerferien, weshalb wir jetzt auch schon ein paar Wochenendausflüge gemacht haben, wir waren in Panama-Stadt, Santa Fé und gestern in Boquete auf der Feria de las Flores, einer Art Blumenschau mit vielen Verkaufsständen, wo neben Blumen auch viel traditionelles Handwerk verkauft wurde.
Mein Leben ist zurzeit sonst ziemlich ruhig, ich verbringe viel Zeit mit den anderen Freiwilligen, die auch frei haben, und hoffe, dass wir auch noch etwas reisen werden.

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