Dienstag, 2. Januar 2018

Weihnachten und Neujahr


Mein Weihnachten hier in Panama war eigentlich ziemlich unspektakulär, aber ich werde hier trotzdem kurz davon berichten, was ich so gemacht habe.
Der 24. Dezember war tagsüber eigentlich nur von letzten Vorbereitungen geprägt, es wurde Essen gemacht, meine Gastschwester strich das Badezimmer und mein Gastvater kümmerte sich um ein kleines Ameisenproblem auf unserem Esstisch und in der Küche, bevor er arbeiten musste. Ich verbrachte den Tag damit, Plätzchen zu backen. Eigentlich wollte ich die schon an einem anderen Tag gemacht haben, allerdings wollte meine Gastmutter lieber, dass ich sie erst kurz vor Heiligabend mache, damit wir sie dann essen können. Hier gibt es nämlich auch besonderes Essen zu Weihnachten, während man bei uns in Deutschland aber so etwas wie Plätzchen, Lebkuchen oder Marzipan in der gesamten Adventszeit isst, wird das Essen hier nur am 24.12. und 25.12. gegessen. Abends gab es dann also Arroz con Guandú mit Jamón, ein typisches Weihnachtsgericht. Nach dem Abendessen hieß es dann Warten. Wir warteten darauf, dass Mitternacht wurde, und unterhielten uns mit Nachbarn und Familie. Es kamen auch ein paar Leute zu Besuch, um Geschenke für die Kinder abzuholen und Romponche mit uns zu trinken, ein Getränk, das hauptsächlich aus Milch, Eiern und Zucker besteht, Alkohol kann auch noch hinzugefügt werden. Um 12 Uhr nachts wünschten wir uns dann alle frohe Weihnachten und viele fuhren danach feiern oder die Familie besuchen. Meine Gastmutter, mein Gastbruder und ich blieben zuhause und gingen kurz danach schlafen. Am 25. Dezember hatte auch noch jeder frei. An dem Tag ist aber nichts Besonderes passiert, ich bin mit meiner Gastfamilie zuhause geblieben. Zum Frühstück gab es Rosco navide ño, also eine Art Weihnachtskranz, das eigentlich ganz normales süßes Brot war. Im Fernsehen liefen den ganzen Tag über Weihnachtsfilme und die Kinder spielten mit ihrem neuen Spielzeug. Hier ist es üblich, nur den Kindern etwas zu Weihnachten zu schenken, Erwachsene bekommen eher selten etwas. Ich habe aber auch ein Geschenk bekommen, einen Schlafanzug. Ich kenne noch ein paar andere Leute, die auch Pyjamas bekommen haben, scheint also nicht ganz ungewöhnlich zu sein hier :)

Guandú
Silvester habe ich auch mit meiner Familie verbracht. Abends gab es ein großes Essen mit der ganzen Familie. Das Silvesteressen sieht hier ähnlich aus wie das Weihnachtsessen, traditionell wird Arroz con Guandú mit Jamón und Kartoffelsalat gegessen. Tagsüber habe ich dafür extra mit meiner Gastmutter die selbst angebauten Guandú, eine Art Erbsen, aus den Schoten geholt. Eine Tamal darf natürlich auch nicht fehlen, das ist ein aus Maisteig hergestelltes Gericht, das mit Hühnchen, Oliven und Rosinen gefüllt ist. Meine Familie bereitet diese regelmäßig zu, um sie zu verkaufen, daher durfte ich das jetzt schon ein paar Mal essen. Abends hatten wir auch eine Art Gottesdienst, der aber im Haus meiner Gasttante und nur mit der Familie stattfand.

Das Neujahrsessen
Gegen 21 Uhr brach ich deswegen mit einer anderen Gasttante auf, um dort hinzugehen. Alle waren festlich gekleidet und es waren viele Stühle aufgestellt worden. Als alle da waren, begannen wir mit dem Gottesdienst. Zwei meiner Tanten trugen Verse aus der Bibel vor und jemand sang ein kirchliches Lied. Daraufhin war Zeit für die „Testimonios“, bei denen wir die Gelegenheit hatten, über unser 2017 zu berichten und Gott dafür zu danken. Einige erzählten, was sie so bewegt hat, und es waren mal längere und mal kürzere Vorträge. Danach wurde noch mehr gesungen und aus der Bibel vorgelesen. Etwa um 23 Uhr kam dann der Höhepunkt des Abends, und der Pfarrer begann zu predigen. Wir begrüßten das neue Jahr mit Gesang, während der Pfarrer jeden Einzelnen segnete. Dabei war er sehr emotional und schrie die Segnungen fast. Hinterher umarmten wir uns alle und wünschten uns ein schönes neues Jahr. Einige weinten und es war eine recht ernste, feierliche Stimmung. Auch wenn ich nicht verstanden habe, warum Silvester ein Anlass zum Weinen ist, ich verbinde das eher mit neuen Anfängen und Freude, war es schön, in dieser Gruppe zu feiern und es gab ein sehr starkes Gemeinschaftsgefühl. Feuerwerk sah ich hier natürlich auch, und viele gingen auch aus zum Feiern.
Meine Woche war sonst nicht so spannend, ich war einen Tag am Strand in der Nähe und habe einen Ausflug zu einem Fluss gemacht, in dem man baden konnte, aber sonst ist es ziemlich ruhig hier. Am Wochenende mache ich wieder einen Ausflug mit meiner Gastfamilie, diesmal geht es nach Santa Fé, wo ich ja schon einmal ein paar Tage verbracht habe!
Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und wünsche noch ein frohes neues Jahr!

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