Donnerstag, 1. März 2018

Karneval

Karneval ist schon längst vorbei, aber hier kommt endlich mal mein Post dazu :)
Ich bin leider nicht früher zum Schreiben gekommen, da es für mich direkt nach Karneval für zwei Wochen mit ein paar Freiwilligen nach Nicaragua ging! Darüber schreibe ich dann im nächsten Post.
Ich muss zugeben, dass ich den Karneval hier nicht so interessant fand, ich war aber auch noch nie ein Karneval-Fan. Die Tage verbrachte ich mit Freiwilligen zuerst in Aguadulce und später ein wenig in Penonomé. Von meiner Familie waren eigentlich alle außer meine Gasteltern und Gastgeschwister selbst auf einem evangelischen Zeltlager, wo ich sie auch einen Tag besucht habe.
Die Krönung
An Karneval gibt es in den meisten Städten hier eine Art Wettkampf zwischen "Calle arriba" (obere Straße) und "Calle abajo" (untere Straße). Beide haben ihre Königinnen, die am ersten Tag des Karnevals gegen 1 Uhr nachts feierlich gekrönt wurden. Schon hier fielen die stark verzierten, glitzernden Kostüme der Königinnen und ihrer Begleitung auf. Die Frauen trugen einen großen Kopfschmuck, der mit Sicherheit nicht leicht war, kurze Röcke und hohe Schuhe, eine Kombination, die Laufen zu einer kleinen Herausforderung machte. Nach einem Feuerwerk wurden noch viele Fotos mit den Königinnen gemacht, dann ging es nach Hause. Auch die nächsten Tage fand der Karneval auf der Straße statt, tagsüber fing es mittags an und ging etwa bis 17 Uhr, dann wurde sich ausgeruht und nachts weitergefeiert. Als wir am ersten Tag zum Feiern rausgingen, waren viele Wägen aufgebaut, von denen aus die Menschen mit Schläuchen nassgespritzt wurden. Hier ist es an Karneval nämlich ziemlich heiß und die Abkühlung sehr beliebt. Kleine Menschengruppen standen um Kühltruhen herum, tranken Bier und überall lief laut Musik. Am Straßenrand waren Stände mit Essen und Getränken aufgebaut. Menschen aller Altersklassen waren anzutreffen, und viele, grade auch Kinder, hatten Wasserpistolen, mit denen wir auch öfter mal nassgespritzt wurden. Nach fünf Minuten in dem Gedränge waren wir klitschnass. Gut, dass wir darauf vorbereitet waren, und Handy und Geld in Plastiktüten gewickelt bei uns trugen (tatsächlich kann man hier mit nassen Dollar-Scheinen nicht bezahlen).
Die Königin von Calle abajo
Nachts ging es dann natürlich ohne das Wasser weiter. Alle hatten sich am Straßenrand versammelt, um die Paraden von Calle arriba und Calle abajo zu sehen, die aneinander vorbeifuhren. Dabei versuchten beide, die bessere "Straße" zu sein. Besonders lustig war es, als vor den beiden Musikwägen zwei Männer waren, die sich über den Lärm hinweg anschrien. Beide wollten beweisen, dass sie die bessere Straße waren, zur Unterhaltung der Zuschauer.
Mein Tag im Zeltlager war dann das absolute Gegenteil. Ich kam am späten Vormittag an, als viele sich zum Singen auf einem Platz versammelt hatten. Einige waren aber noch bei den Zelten, wo nach dem letzten Lied gegessen wurde. Den Nachmittag saßen wir einfach zusammen, wie es hier auch Zuhause sonst üblich ist. Zwischendurch bin ich noch mit einer meiner Gastnichten in den Fluss baden gegangen, was eine schöne Erfrischung war. Nach dem Abendessen ging es dann wieder nach Hause. Das Zeltlager war wohl eine Versammlung von vielen evangelischen Kirchen in ganz Panama, gleichzeitig findet auch ein katholisches Zeltlager statt.
Dann waren meine Karnevalstage auch schon vorbei und ich habe noch schnell für Nicaragua gepackt, bevor es losging. Jetzt neigen sich die langen Ferien langsam dem Endezu, Montag werde ich wieder anfangen, zu arbeiten.

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