Mein Tag startet um kurz
nach 6 Uhr morgens, wenn mein Wecker klingelt. Meine Gastschwester liegt noch
im Bett, da sie Studentin ist und erst recht spät zur Uni muss, und so versuche
ich, mich möglichst leise im ersten Tageslicht fertig zu machen. Meistens mache
ich mir dann noch einen Zimttee, den wir immer da haben, und esse etwas Brot -
das natürlich nicht mit dem Brot in Deutschland zu vergleichen ist- , bevor ich
gegen 7 Uhr das Haus verlasse. Auch wenn ich den Bus nehmen könnte, gehe ich
eigentlich immer zu Fuß zur Arbeit, was für die meisten Panameños, glaube ich,
immer noch ein Rätsel ist. Da ich ca. 40 min laufe, ist mir am Ende, auch wenn
es morgens noch nicht so heiß ist, ziemlich warm, aber ein bisschen Bewegung
tut schon gut, bevor ich 8 Stunden lang bei der Arbeit sitze. Dort helfe ich
dann vormittags bis etwa 11 Uhr den Kindern bei ihren Hausaufgaben, hauptsächlich
in Englisch. Danach machen sie sich fertig für die Schule und ich habe eine
Pause. Um 12 Uhr gehe ich dann in der Kantine essen, typisch für Panama gibt es
jeden Tag eine Menge Reis, mit Fleisch und Salat, Linsen, Kichererbsen oder
anderes. Bis dann die andere Gruppe von Kindern kommen, die morgens Unterricht
hatten und deshalb nachmittags ihre Aufgaben machen, ist es meistens etwa
13:30 Uhr. Dieses Schuljahr sind das aber nur wenige, und so ist der Nachmittag
ziemlich ruhig und ich beantworte nur ein paar Fragen zu Französisch. Um 16 Uhr
mache ich mich dann auf den Weg nach Hause, wieder zu Fuß natürlich. Dort dusche ich erstmal und entspanne mich ein wenig, bevor ich so gegen 18 Uhr
joggen gehe. Das ist die perfekte Uhrzeit, da die Sonne um ca. 18:45 Uhr untergeht,
ich also noch im Hellen laufe, es aber nicht mehr so heiß ist. Vor den Ferien
bin ich nach der Arbeit immer ins Fitnessstudio gegangen, inzwischen habe ich
aber keine Lust mehr dazu und mich dazu entschieden, das Geld zu sparen und
einfach laufen zu gehen. Am Anfang hatte ich allerdings meine Zweifel, da ich
gehört hatte, dass Panameños bei Joggern noch aufdringlicher sind als sonst,
aber in meinem Wohngebiet hält sich das Gepfeife und Gehupe einigermaßen in
Grenzen und ist auf jeden Fall nicht schlimmer als sonst. Nach dem Laufen dusche ich ein weiteres Mal und esse Abendessen, was meistens aus noch mehr
Reis besteht. Ich hätte es echt nicht gedacht, aber hier wird so viel Reis
wie in Japan gegessen! Danach gucke ich noch ein bisschen Nachrichten mit
meinen Gasteltern, unterhalte mich mit irgendjemandem, der grade da ist, oder
lese ein wenig. Irgendwann geht es dann ins Bett. Manchmal treffe ich mich nach
der Arbeit auch mit anderen Freiwilligen und wir gehen ins Kino, Eis essen oder
unterhalten uns einfach auf einer Bank. Trotzdem ist mein Leben hier wohl
ziemlich ruhig und nicht sonderlich aufregend, vor allem verglichen zu dem, was
ich in Deutschland so gemacht habe :) Damit, so wenig zu tun zu haben, habe ich
schon manchmal meine Schwierigkeiten, aber inzwischen habe ich gelernt, mich
irgendwie beschäftigt zu halten. Ein bisschen zumindest. Und nach diesem Jahr
wird diese Ruhe wohl erstmal vorbei sein, da ich dann anfange, zu studieren und etwas mehr zu tun haben werde.
Am Sonntag haben wir
übrigens das Haus endlich fertiggebaut! Die Familie hat sich sehr gefreut und
wird hoffentlich bald einziehen!
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