Donnerstag, 12. April 2018

Ein Tag in meinem Leben

Wie sieht mein Leben hier in Panama eigentlich genau aus? Nach fast 8 Monaten bin ich schon an den anderen Alltag gewöhnt und habe neue Routinen entwickelt. Mein Leben hier unterscheidet sich sehr von dem in Deutschland, was natürlich auch daran liegt, dass ich arbeite und nicht wie vorher zur Schule gehe.
Mein Tag startet um kurz nach 6 Uhr morgens, wenn mein Wecker klingelt. Meine Gastschwester liegt noch im Bett, da sie Studentin ist und erst recht spät zur Uni muss, und so versuche ich, mich möglichst leise im ersten Tageslicht fertig zu machen. Meistens mache ich mir dann noch einen Zimttee, den wir immer da haben, und esse etwas Brot - das natürlich nicht mit dem Brot in Deutschland zu vergleichen ist- , bevor ich gegen 7 Uhr das Haus verlasse. Auch wenn ich den Bus nehmen könnte, gehe ich eigentlich immer zu Fuß zur Arbeit, was für die meisten Panameños, glaube ich, immer noch ein Rätsel ist. Da ich ca. 40 min laufe, ist mir am Ende, auch wenn es morgens noch nicht so heiß ist, ziemlich warm, aber ein bisschen Bewegung tut schon gut, bevor ich 8 Stunden lang bei der Arbeit sitze. Dort helfe ich dann vormittags bis etwa 11 Uhr den Kindern bei ihren Hausaufgaben, hauptsächlich in Englisch. Danach machen sie sich fertig für die Schule und ich habe eine Pause. Um 12 Uhr gehe ich dann in der Kantine essen, typisch für Panama gibt es jeden Tag eine Menge Reis, mit Fleisch und Salat, Linsen, Kichererbsen oder anderes. Bis dann die andere Gruppe von Kindern kommen, die morgens Unterricht hatten und deshalb nachmittags ihre Aufgaben machen, ist es meistens etwa 13:30 Uhr. Dieses Schuljahr sind das aber nur wenige, und so ist der Nachmittag ziemlich ruhig und ich beantworte nur ein paar Fragen zu Französisch. Um 16 Uhr mache ich mich dann auf den Weg nach Hause, wieder zu Fuß natürlich. Dort dusche ich erstmal und entspanne mich ein wenig, bevor ich so gegen 18 Uhr joggen gehe. Das ist die perfekte Uhrzeit, da die Sonne um ca. 18:45 Uhr untergeht, ich also noch im Hellen laufe, es aber nicht mehr so heiß ist. Vor den Ferien bin ich nach der Arbeit immer ins Fitnessstudio gegangen, inzwischen habe ich aber keine Lust mehr dazu und mich dazu entschieden, das Geld zu sparen und einfach laufen zu gehen. Am Anfang hatte ich allerdings meine Zweifel, da ich gehört hatte, dass Panameños bei Joggern noch aufdringlicher sind als sonst, aber in meinem Wohngebiet hält sich das Gepfeife und Gehupe einigermaßen in Grenzen und ist auf jeden Fall nicht schlimmer als sonst. Nach dem Laufen dusche ich ein weiteres Mal und esse Abendessen, was meistens aus noch mehr Reis besteht. Ich hätte es echt nicht gedacht, aber hier wird so viel Reis wie in Japan gegessen! Danach gucke ich noch ein bisschen Nachrichten mit meinen Gasteltern, unterhalte mich mit irgendjemandem, der grade da ist, oder lese ein wenig. Irgendwann geht es dann ins Bett. Manchmal treffe ich mich nach der Arbeit auch mit anderen Freiwilligen und wir gehen ins Kino, Eis essen oder unterhalten uns einfach auf einer Bank. Trotzdem ist mein Leben hier wohl ziemlich ruhig und nicht sonderlich aufregend, vor allem verglichen zu dem, was ich in Deutschland so gemacht habe :) Damit, so wenig zu tun zu haben, habe ich schon manchmal meine Schwierigkeiten, aber inzwischen habe ich gelernt, mich irgendwie beschäftigt zu halten. Ein bisschen zumindest. Und nach diesem Jahr wird diese Ruhe wohl erstmal vorbei sein, da ich dann anfange, zu studieren und etwas mehr zu tun haben werde.
Am Sonntag haben wir übrigens das Haus endlich fertiggebaut! Die Familie hat sich sehr gefreut und wird hoffentlich bald einziehen!


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